Extrawurst
18. Februar, 14:00 Uhr

Deutschland 2026 / Regie: Marcus H. Rosenmüller / Darst.: Harpe Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Anja Knauer / 98 Min. / FSK: ab 12 Jahren
Eigentlich ist es reine Formsache: Heribert, langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide, und sein ehrgeiziger Stellvertreter Matthias lassen über die Anschaffung eines Grills für die nächste Vereinsfeier abstimmen. Der hippe Werbetexter Torsten, von Berlin in die Provinz ausgewandert, haut noch einen flotten Spruch raus, damit die dröge Versammlung ein schnelles Ende findet. Da schlägt seine Frau Melanie vor, für ihren Doppelpartner Erol, dem einzigen muslimischen Mitglied des Vereins, einen zweiten Grill zu kaufen. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Die gut gemeinte Idee führt Satz für Satz zu einem turbulenten Schlagabtausch, bei dem Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, Gutmenschen und Hardliner frontal aufeinanderprallen. Schnell wird allen klar: Es geht hier um viel mehr als einen Grill.
Es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen in den letzten Jahren sehr erfolgreichen Theaterstücks. Und dann ist „Extrawurst“ natürlich das Comeback von Harpe Kerkeling, der sich in den letzten Jahren eher rar gemacht hatte. Zum perfekten Komödientiming tragen dann auch seine witzigen Dialoge mit Christoph Maria Herbst bei. Der Film greift gekonnt und witzig in die (nicht nur) deutsche Debatte um die Spaltung der Gesellschaft ein. Mit der Frage: Wie kann man befreundet bleiben, wenn man in wichtigen Fragen unterschiedlicher Meinung ist?

