Waldkindergarten
„Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine geistige Entwicklung das Wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbstständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen, als eines, dem die Lösung fertig geboten wird.“
(Emmi Pikler)
Aktuelles
Wir suchen eine Integrationskraft (m/w/d)
Zur Geschichte
Die Idee des Waldkindergartens stammt aus Dänemark und gelangte von dort nach Norddeutschland, wo 1990 die ersten Waldkindergärten entstanden. Mittlerweile gibt es im gesamten Bundesgebiet ca. 1000 Waldkindergärten.
Der Wald in seiner Vielfalt von Flora und Fauna wird von den Kindern in seiner Ganzheit als Lebensraum wahrgenommen. Der Wald ist für die Kinder Spiel- und Erlebnisfeld, er ist unser Bewegungs- und Entdeckungsraum, unser Lern- und Abenteuerplatz.


Unser Haus ist der Wald
Durch das direkte Erleben der Lebensgemeinschaften großer wie kleiner Tiere und Pflanzen werden Kreisläufe und Zusammenhänge erkennbar, die den Menschen mit einbeziehen. Unterstützt durch den Wechsel der Jahreszeiten werden alle Sinne angesprochen – Aussehen, Geruch und Geschmack verändern sich. Der Winter fühlt sich anders an als der Sommer und im Frühling „hören“ wir die Bäume wachsen. Natur erkennen und Ästhetik empfinden, diese beiden Komponenten fördern nachweislich die Bildung von Umweltbewusstsein.
Der Wald ermöglicht Bewegungsabläufe jeglicher Art. Vom Klettern zum Kriechen, über Baumstämme balancieren oder abgestorbene Baumstämme aushöhlen und schnitzen. Die Grob- und Feinmotorik wird durch natürliche Bewegungsformen im Wald geschult.


Auf Spurensuche bei Wind und Wetter
Der Bestand an vorgefertigtem Spielzeug ist durch die äussere Rahmenbedingung, dass Strecken und Wege mit Rucksäcken zurückgelegt werden, gering gehalten. Vielmehr begegnen die Kinder auf abenteuerliche Weise ihrem Spielzeug: eine Baumwurzel wird zur Puppenstube, ein Stein sieht aus wie Gold aus dem Piratenschatz!
Die Kinder gehen auf Spurensuche und lernen Pflanzen benennen, hören den Wind in den Baumwipfeln rascheln, klettern an den Hängen und gestalten ihr Haus in der Natur. Doch gleichzeitig nehmen sie auch an den kulturellen Geschehnissen teil. So feiert der Waldkindergarten die Jahresfeste, besucht Theaterveranstaltungen und Kurse, macht Ausflüge zur Feuerwehr oder zur Polizei, besichtigt Burgen und hält Kontakte zu Schulen und Kirchen.
Die Kinder und pädagogischen Mitarbeiter im Waldkindergarten brauchen keine Wände und kein Dach, da sie sich durch wetterfeste Kleidung schützen. Bei extremen/ gefährlichen Wetterlagen steht ein Schutzraum zur Verfügung. Notfallausrüstung und Handy sind vorhanden.
Freiwilliges ökologisches Jahr
Die Kinder im Kreml-Waldkindergarten suchen Dich!
Informationen findest Du auf der Seite Freiwilliges Ökologisches Jahr im Kreml.
Weitere Informationen
Unser Spielwald
In Absprache mit der zuständigen Revierförsterei haben wir die Möglichkeit, ein sehr abwechslungsreiches Gelände zu nutzen. Dazu gehört zum einen das Gebiet der Ortsgemeinde Hahnstätten (im Gertje’s Heck) mit Wald, Wiesen und Feldern, und zum anderen das Gelände der Ortsgemeinde Burgschwalbach mit Wald, Aarwiesen und Bachläufen.
Seit der Gründung des Waldkindergartens haben Kinder und pädagogische Fachkräfte gemeinsam zahlreiche Plätze, Ecken und Winkel entdeckt. Die im Laufe der Zeit entstandenen Namen dienen den Kindern als feste Orientierungspunkte. Die Auswahl des Tagesziels richtet sich nach der jeweiligen Nutzungsmöglichkeit der Plätze.
Abenteuerplatz
Der Abenteuerplatz bietet mit verschiedenen Laubbäumen und Erdhängen vielfältige Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren und Rutschen.
Aarwiesen
Die Aarwiesen ermöglichen mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna entlang der Aar ein breites Forschungs- und Experimentierfeld.
Dicke Eiche
Die Dicke Eiche ist der entfernteste Platz des Waldkindergartens. Die mehrere hundert Jahre alte Eiche spendet Schutz bei unterschiedlichsten Wetterverhältnissen.
Projektgarten
Direkt am Kreml Kulturhaus befindet sich unser wunderschöner Projektgarten. Auch hier verbringen die Waldameisen gerne ihre Zeit – beim Spielen an der Wasserpumpe, Buddeln im großen Sandkasten oder Entdecken der Kräuterschnecke.
Und es gibt noch viele weitere wunderschöne Waldplätze!
Tages- und Wochenablauf bei den Waldameisen
Bring- und Abholzeiten
Ankunft: 7:30–8:30 Uhr
Abholzeit: 12:30–13:30 Uhr
Schließzeiten werden den Eltern zu Beginn des Kindergartenjahres mitgeteilt.
Wir sind ein halbtagsgeführter Kindergarten – es gibt kein Mittagessen und keine Nachmittagsbetreuung.
Tagesablauf/Rituale
7:30–8:30 Uhr:
Bringzeit, freies Spiel auf dem Kreml-Gelände
9:00 Uhr:
Morgenkreis – singen, spielen, lernen; anschließend Frühstückskreis
ca. 10:00–12:00 Uhr:
Aufbruch in den Wald, freies Spielen und Entdecken
12:00 Uhr:
Abschlusskreis und Rückweg zum Kreml Kulturhaus
12:30–13:30 Uhr:
Abholzeit auf dem Kreml-Gelände
Wochenstruktur
Wir arbeiten mit einer groben Wochenstruktur, die feste Elemente beinhaltet, aber dennoch flexibel bleibt – wir passen den Tagesablauf je nach Situation an.
Mittwoch: Kreativtag – Basteln oder kreatives Arbeiten im Projektgarten oder Ameisenbau (je nach Jahreszeit)
Donnerstag: Kochtag – Kochen oder Backen über dem Feuer oder im Lehmofen mit anschließendem gemeinsamen Essen
Übrige Tage: Nach dem Frühstück geht es bis zur Abholzeit in den Wald, anschließend treffen wir uns am vereinbarten Bringort (wenn nicht anders besprochen)
Treffpunkte
ca. November–April: Ameisenbau oben am Kreml
ca. Mai–Oktober: Projektgarten hinter der Kreml-Bühne
Die Anmeldung
Bei Interesse senden Sie bitte eine E-Mail an:
waldkindergarten@kulturhaus-kreml.de
Betreuungszeiten und Betreuungsalter
Betreuungszeiten
Montag–Freitag, 7:30–13:30 Uhr
Betreuungsalter
Unser Waldkindergarten steht Kindern im Alter von 3 bis 7 Jahren offen.
Vorschule
Vorschulkinder haben jeden zweiten Montag im Anschluss an den Kindergarten Vorschule bis 16:00 Uhr.
In unserer Vorschule, der Fuchsschule, lernen die Kinder wichtige Grundlagen für die Schule. Neben Tischarbeiten und der Vorbereitung auf den Schulstart – beispielsweise durch Besuche in den Grundschulen – finden verschiedene Ausflüge statt, etwa zur Feuerwehr, Polizei oder Abfalldeponie. So entdecken die Kinder ihre Umgebung und lernen Neues kennen.
Schließtage
Terminkalender der Waldameisen
Kindergartenjahr 2025/2026
Mo., 28.07.2025
Konzeptionstag (kein Kinderdienst)
Di., 29.07.2025
Erster Tag nach den Sommerferien
Fr., 03.10.2025
Tag der Deutschen Einheit (kein Kiga)
22.12.2025–02.01.2026
Winterferien
Di., 06.01.2026
Erster Tag nach den Winterferien
Fr., 03.04.2026
Karfreitag
06.04.–10.04.2026
Osterferien
Fr., 01.05.2026
Tag der Arbeit (kein Kiga)
Fr., 15.05.2026
Brückentag (kein Kiga)
Mo., 25.05.2026
Brückentag (kein Kiga)
29.06.–19.07.2026
Sommerferien
Mo., 20.07.2026
Konzeptionstag (kein Kinderdienst)
Di., 21.07.2026
Erster Tag nach den Sommerferien
Wir haben jedes Jahr während der ersten drei Wochen der rheinland-pfälzischen Sommerferien geschlossen.
Häufige Fragen
Lernt mein Kind im Waldkindergarten genug Fein- und Grobmotorik sowie Grundlagen für die Schule?
Ja! Im Waldkindergarten fördern wir gezielt und alltagsnah beide Bereiche.
Klettern, Balancieren und das Bewegen im Gelände stärken die Grobmotorik, während Sammeln, Sortieren, Schnitzen, Binden oder Tischarbeiten die Feinmotorik fördern.
Ruhige Phasen – etwa Sitzen, Zuhören, konzentriertes Arbeiten oder das Kennenlernen von Zahlen und Buchstaben – sind fester Bestandteil des Tages, z. B. im Morgenkreis.
Ist es gefährlich im Wald?
Der Wald ist ein natürlicher Lernraum. Natürlich gibt es dort Herausforderungen, aber wir begleiten die Kinder eng, geben klare Regeln vor und schulen sie im sicheren Umgang mit ihrer Umgebung. So lernen sie, Gefahren richtig einzuschätzen und verantwortungsvoll damit umzugehen.
Geht ihr bei jedem Wetter raus?
Ja. Wir gehen bei fast jedem Wetter nach draußen – nur bei Sturm oder Gewitter bleiben wir aus Sicherheitsgründen auf dem Kreml-Gelände und nutzen die Innenräume.
Ansonsten gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung.Die Kinder lernen, sich auf unterschiedliche Wetterlagen einzustellen, und stärken dabei ihr Immunsystem.
Was macht ihr bei Kälte oder Schnee?
Auch im Winter sind wir draußen. Mit warmer Kleidung, Bewegung und Aufenthalten an geschützten Plätzen bleiben die Kinder warm. Bei extremen Bedingungen haben wir zusätzliche Möglichkeiten zum Aufwärmen.
Kommt mein Kind in der Schule zurecht, obwohl es keine festen Räume gibt?
Ja. Kinder aus dem Waldkindergarten sind oft besonders selbstständig, konzentriert und ausdauernd. Sie lernen Regeln, Strukturen und das Bearbeiten von Aufgaben – nur eben in der Natur. Das unterstützt sie sehr gut im späteren Schulalltag.
Werden die Kinder dreckig?
Ja – und das ist ausdrücklich erwünscht. Dreck gehört zum Entdecken dazu und fördert motorische und sensorische Entwicklung.
Am Kreml, unserem Bring- und Abholort („Ameisenbau“), hat jedes Kind eine Wechseltasche. So können wir uns bei Bedarf schnell umziehen oder sauber machen.
Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ)
Die Kinder im Kreml-Waldkindergarten suchen Dich!
Informationen findest Du auf der Seite Freiwilliges Ökologisches Jahr im Kreml.
Kontakt
E-Mail: waldkindergarten@kulturhaus-kreml.de
Telefon: +49 160 94432489
Anfahrt
KREML Kulturhaus
Burgschwalbacher Str. 8
65623 Hahnstätten