FilmSpecial zum Weltalzheimertag: Der verlorene Mann
17. September, 18:30 Uhr

Demenz – (k)eine Frage des Alters.
Mit Infostand und Gesprächsmöglichkeiten zum Thema
Der Welt-Alzheimertag macht auf die Situation von rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland und ihren Familien aufmerksam. Auch wenn Demenz bisher nicht heilbar ist, können medizinische Hilfe, Beratung, Betreuung und Pflege den Betroffenen und ihren Angehörigen den Alltag erleichtern. Viele Menschen denken, dass nur sehr alte Menschen an Demenz erkranken. Das stimmt nicht. Zwar sind die meisten Betroffenen über 65 Jahre alt, doch auch jüngere Menschen können erkranken. Außerdem betrifft Demenz nicht nur die Erkrankten selbst, sondern auch ihre Familien, Freunde, Nachbarn und Kolleginnen und Kollegen. Menschen mit Demenz sind sehr unterschiedlich. Man sieht ihnen die Krankheit oft nicht an. Einige leben selbstständig, arbeiten noch oder kümmern sich um ihre Familie. Andere brauchen mehr Unterstützung. Jede Lebenssituation ist anders. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft Verständnis zeigen, Vorurteile abbauen und Menschen mit Demenz respektvoll begegnen. Eine Demenzerkrankung bedeutet nicht das Ende von Lebensfreude, Gemeinschaft und Teilhabe. Gemeinsam können wir ein Umfeld schaffen, in dem sich Betroffene und ihre Angehörigen wohlfühlen. Erste Unterstützung und Beratung bei Fragen rund um das Thema Demenz erhalten betroffene Menschen bei den Pflegestützpunkten im Rhein-Lahn-Kreis. Diese befinden sich in Diez, Nastätten und Lahnstein. Zum Weltalzheimertag zeigt das Kreml-Programmkino den Film „Der verlorene Mann“.
Filmbeschreibung: Der verlorene Mann
Deutschland 2026 / Regie: Welf Reinhart / Darst.: Harald Krassnitzer, Dagmar Manzel, August Zirner / 101 Min / FSK: ab 12 Jahren
Die Künstlerin Hanne und der pensionierte Pfarrer Bernd führen eine glückliche, nach Jahren etwas eingefahrene Ehe, als wie aus dem Nichts Hannes früherer Ehemann Kurt vor ihrer Tür steht. Durch seine Demenzerkrankung kann sich Kurt nicht mehr erinnern, dass er und Hanne bereits seit über 20 Jahren geschieden sind. Als das Paar ihn vorübergehend bei sich aufnimmt, kehrt eine verloren geglaubte Leichtigkeit in ihre Ehe zurück. Während Bernd Kurt einen Platz in einer Demenz-Wohngemeinschaft organisiert, fühlt sich Hanne für Kurt verantwortlich. Doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker gerät ihr gemeinsames Leben aus den Fugen.
Mit ‘Der verlorene Mann‘ legt Regisseur Welf Reinhart sein Langfilmdebüt vor, nachdem er bereits mit seinem Kurzfilm Eigenheim einen Student Academy Award, also den Studentenoscar, gewinnen konnte. Der Film reiht sich thematisch in Werke über Demenz ein, setzt jedoch einen ungewöhnlichen Ton und ist daher ein etwas anderer Film über das Thema Demenz: Statt den Fokus auf Verfall und Überforderung zu legen – wie etwa in ‘Honig im Kopf‘ oder ‘The Father‘– begreift Reinhart die Krankheit als erzählerischen Ausgangspunkt für eine Geschichte über Versöhnung und emotionale Neuordnung. Dieser Ansatz ist als gedankliches Experiment durchaus reizvoll. Der Film interessiert sich daher weniger für medizinische Genauigkeit als für zwischenmenschliche Dynamiken. Punkten kann ‘Der verlorene Mann‘ zudem mit dem Schauspielensemble – herausragend, wie Harald Krassnitzer, Dagmar Manzel und August Zirner ihre Rollen ausfüllen. Das Zusammenspiel der drei ist präzise, fein abgestimmt und jederzeit glaubwürdig – ein Schauspielerfilm im besten Sinne.
DONNERSTAG 17.9., 18.30 Uhr, Kinosaal
Eintritt: 5,00 EUR
Reservierung: unter Fon 06430-929724, Kreml
Tickets: online über www.kreml-kulturhaus.de oder an der Abendkasse
Hinweise: Mehr Informationen zu den Veranstaltungen und Angeboten der
Netzwerkpartner und Beratung unter: www.demenz-rhein-lahn.de
Weitere Vorstellungen am MI 23.9., 14.00 (zum Kinonachmittag für Senioren) und DO 24.9., 18.30 Uhr

