Alte Liebe
20. November, 21:15 Uhr

Deutschland 2026 / Regie: Andreas Dresen / Darst.: Dagmar Manzel, Joachim Król, Anna von Seld / 110 Min. / FSK: ab 6 Jahren
Seit seiner Pensionierung meckert Harry (Joachim Król) nur noch rum, trinkt Weizenbier und pflegt seinen Rittersporn. Findet seine Ehefrau Lore (Dagmar Manzel). Sie klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, organisiert peinliche Lesungen und verehrt ihre Dichter wie Propheten. Findet Harry. Für ein altes Ehepaar reden die beiden erstaunlich viel – und meinen doch meistens etwas anderes. Als Tochter Julia zum dritten Mal heiraten will, ist der Streit programmiert und doch nur die Spitze des Eisbergs. In vierzig Jahren Ehe sammelt sich einiges an. Unter der Oberfläche brodelt es: unausgesprochene Fragen, alte Eifersucht, der Streit um Harrys Phlegma und um den Sinn eines Hochdruckreinigers. Während Harry seinen Garten hegt, träumt Lore von einem anderen Leben, von Reisen, von Aufbruch. Sie fühlt sich kraftlos und fragt sich immer dringlicher: War das schon alles? Welche Chancen hat sie verpasst? Ist es mit über sechzig zu spät für einen Neuanfang? Harry trinkt sein Bier, raucht, schweigt. Und bemerkt doch ihre Not.
Kein anderer deutscher Filmemacher liefert so regelmäßig (alle 2-3 Jahre) gute Filme ab wie Andreas Dresen. Es sind kleine Filme mit sehr unterschiedlichen Geschichten, die jedoch eines gemeinsam haben. Und das ist die Haltung des Regisseurs. Dresen schaut genau hin, und er liebt seine Figuren. In der Regel sind es normale (nicht unbedingt einfache) Menschen, die sich mit ihrem Alltag rumschlagen. Nichts Besonderes, einfach nur das Leben. Mit anderen Worten: Dresen-Filme strahlen immer eine große Warmherzigkeit aus. Das zeigt sich exemplarisch in „Alte Liebe“, der Geschichte um ein wunderbar schrulliges älteres Ehepaar.

