Filmkunst: Das geträumte Abenteuer
1. November, 20:15 Uhr

Deutschland-Frankreich-Bulgarien 2026 / Buch und Regie: Valeska Grisebach / Darst.: Lana Radeva, Suleyman Alilov, Stoicho Kostadinov / 163 Min. / FSK: ab 12 Jahren
Die Archäologin Veska ist für ein Ausgrabungsprojekt in ihre Heimatstadt Svilengrad zurückgekehrt, in die Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Überraschend trifft sie auf Said, einen alten Bekannten aus den Rhodopen, den undurchsichtige Geschäfte nach Svilengrad geführt haben. Saids Auto ist gestohlen worden, und Veska lädt ihn ein, den Tag mit ihr auf der Ausgrabungsstätte zu verbringen. Es ist ein glücklicher Tag voller Vertrautheit, ein Tag wie ein Versprechen. Am nächsten Morgen ist Said verschwunden. Veska folgt den Spuren Saids und dringt dabei immer tiefer in die verborgenen Schichten und Verhältnisse der Stadt und ihrer Menschen vor – Geschichten aus der Zeit des großen Umbruchs in den 90er Jahren, von Freiheit und geplatzten Träumen, Gewalt und schnellem Geld. Was hat Said mit Iliya zu tun, dem mächtigen Mann im Hintergrund, bei dem alle Fäden zusammenzulaufen scheinen? Veska ist gezwungen, sich ihren eigenen Erinnerungen zu stellen. Unterstützt von ihren Freundinnen und Freunden aus Svilengrad, beginnt sie, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
„Das geträumte Abenteuer“ ist einer der besten deutschen Filme des Jahres. Da ist es besonders schade, dass der Film, der in Cannes dieses Jahr mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde, ein bisschen unter dem Radar läuft. Vor einigen Jahren hatte Regisseurin Valeska Grisebach ihren großartigen Film „Western“ in Bulgarien mit Laiendarstellern gedreht. Dem Prinzip ist sie im neuen Film treu geblieben. Laut SPIEGEL ist „Das geträumte Abenteuer“ einer der besten Thriller des Jahres. Freilich einer, der auf den üblichen Genrekrawall vollständig verzichtet. Umso mehr lernt man eine abgelegene Region Europas und ihre Bewohner (inclusive Mafia) kennen. Geradezu soghaftes Meisterwerk.


