Filmkunst: Der Fremde
22. März, 20:15 Uhr

Frankreich 2025 / Buch und Regie: Francois Ozon / Darst.: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin / 119 Min. / FSK: ab 12 Jahren
Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.
Die Filme von Francois Ozon sind meistens stark emotional aufgeladen. Da überrascht es erstmal, dass er sich dem literarischen Klassiker des Existentialismus von Albert Camus widmet. In dessen Mittelpunkt steht ein Mensch, der dem Leben ziemlich gleichgültig gegenüber steht. Ozon löst das Problem, indem er die stark subjektive Perspektive von Camus erweitert. Und etwa Frankreichs Kolonialgeschichte, also den historischen Kontext, auch thematisiert. Formal ist das Ganze, wie immer bei Ozon, bestechend. „Der Fremde“ ist auch ein wunderschöner schwarz/weiß Film.


