Filmkunst: Hirten
22. November, 19:45 Uhr

Kanada-Frankreich 2024 / Regie: Sophie Deraspe / Darst.: Félix-Antoine Duval, Solène Rigot, Guilaine Lodez / 114 Min. / FSK: ab 12 Jahren
Werbetexter Mathyas (Félix-Antoine Duval) reicht es. Nach einem stressbedingten Zusammenbruch lässt er Montréal und seine Karriere hinter sich, um sich ohne Plan in Frankreich in der Provence wiederzufinden. Was er dort sieht, lässt ihn nicht mehr los: ein Leben nah an der Natur, weit weg von Deadlines und Slogans. Er will Schäfer werden. Dass er davon keine Ahnung hat, stört ihn weniger als die Schafe. Die Realität der Hirtenwelt ist jedoch alles andere als romantisches Idyll: Wölfe, Stürme, die stumme Skepsis der einheimischen Bauern lassen Mathyas schnell an sich zweifeln. Als er Élise (Solène Rigot) begegnet, einer Verwaltungsbeamtin, die kurzerhand ihren Job hinwirft, nimmt sein Abenteuer eine neue Richtung: Gemeinsam wagen beide das Unwahrscheinliche – einen ganzen Sommer mit einer Herde von 827 Schafen hoch in den Provenzalischen Alpen, auf sich allein gestellt.
Der Film taucht tief ein in den manchmal durchaus chaotischen Alltag der Schafzucht. Wobei die Arbeit mit fast 1000 Tieren bei allen erdenklichen Wettersituationen nie romantisiert wird. Der Blick ist fast dokumentarisch, der Tonfall kontemplativ. Der Härte des Arbeitsalltags (Wetter, Wölfe etc) gilt die Aufmerksamkeit des Films ebenso wie der Schönheit der provenzialischen Berglandschaft mit immer wieder berauschenden Bildern.


