FilmSpecial anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus: Die Möllner Briefe
12. Februar, 18:30 Uhr

Mit Einführung, Dokufilm und anschl. Filmgespräch
Das FilmSpecial „Die Möllner Briefe“ (Doku / Deutschland 2025 / Regie Martina Priessner / 96 Min / FSK: ab 12 J.) anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus mit Einführung, Dokumentarfilm und anschließendem Filmgespräch, möchte Bekenntnisse der Solidarität, die die Hinterbliebenen der Opfer nie erreichten, sichtbar machen und Raum für schmerzhafte Erinnerungen geben.
Im November 1992 zerstörte der rassistische Brandanschlag von Mölln die Leben von Ibrahim Arslan und seiner Familie. Der damals siebenjährige Ibrahim überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Stadt Mölln erhielt Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm. Der Film folgt Ibrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser*innen. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das Ibrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt. Ibrahim hat einen Umgang mit den Geschehnissen gefunden, indem er aktiv gegen Rassismus kämpft und sich für eine Erinnerungskultur einsetzt, die die Opfer ins Zentrum stellt. Sein Bruder Namik hingegen befindet sich noch am Anfang seines Wegs der Bewältigung. Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er deckt auch die große Solidarität auf, die es damals gab – eine Solidarität, von der die Opfer bis zu diesem Zeitpunkt nichts wussten.
Der Film schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nimmt eine Perspektive des Erinnerns ein, die den Stimmen der Betroffenen den Raum und die Anerkennung gibt, die sie verdienen. Wie Hoyerswerda, Solingen, die Tatorte des NSU, München, Halle und Hanau ist Mölln ein Synonym für rassistisch oder antisemitisch motivierte Gewalttaten und Morde in Deutschland. Sie sind keine Einzelfälle, sondern als Teil des strukturellen und institutionellen Rassismus zu verstehen.
Im anschließenden Filmgespräch/ Diskussion mit einem Referenten der Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz, Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt Regionalstelle Pfalz Mitte-Süd, besteht für die Besucher*innen die Möglichkeit sich über die im Film gezeigten Inhalte fachlich und diskursiv auszutauschen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz.
DONNERSTAG 12.2., 18.30 Uhr, Kinosaal
Eintritt: 8,50 EUR / 5,00 EUR ermäßigt
Reservierung: unter Fon 06430-929724, Kreml
Tickets: online über oder an der Abendkasse


