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FilmSpecial zum int. Tag gegen Gewalt an Frauen: DERYA

19. November, 18:30 Uhr

FilmSpecial zum ‘Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen‘ – Orange The World:
Mit Dokufilm „Derya“ und anschl. Filmgespräch mit dem Regisseur Sebastian Heinzel 

Die Farbe Orange steht für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. Jedes Jahr am 25.11. leuchten auf der ganzen Welt zahlreiche Gebäude in Orange und setzen damit ein starkes Signal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir machen mit! Doch Symbolik allein reicht nicht aus, um den täglichen Übergriffen entgegenzuwirken, denen unzählige Frauen* nach wie vor ausgesetzt sind.

Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ wird seit den 1980er-Jahren begangen. Seit 2008 engagieren sich unter dem Motto „Orange the World“ immer mehr Organisationen und Unternehmen für die Rechte von Frauen und Mädchen: Sie beleuchten ihre Fassaden in Orange, organisieren Veranstaltungen zu Themen wie „Gewalt an Frauen“, „Frauenrechte“, „Female Empowerment“ und „Gleichberechtigung“. Zwar hat die mediale Aufmerksamkeit in den letzten Jahren zugenommen, doch die Zahlen bleiben alarmierend.

Das FilmSpecial mit dem Dokumentarfilm  „Derya“,  (DE, 2006, 40 Min, Regie: Sebastian Heinzel) und einem anschließenden Filmgespräch möchte sich mit dem Thema häusliche Gewalt befassen.

Wie viele Busfahrer im schwäbischen Ludwigsburg ist Derya Dogan Türke. Hinter seinem eintönigen Alltag am Steuer verbirgt sich eine bewegte Biografie. Der Film fährt Stationen eines wechselhaften Lebens an: Derya war ein führender linker Aktivist gegen die türkische Militärdiktatur um 1980 und wurde inhaftiert und gefoltert. Als Schauspieler spielte er die Hauptrolle in einem Film, der auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In seinem turbulenten Familienleben zeigte sich der Vater von vier Kindern als unberechenbarer Ehemann. Derya und seine frühere Frau sprechen offen über ein Problem, das in vielen – nicht nur türkischen – Familien, existiert: häusliche Gewalt. Im Film versucht Derya seine Frau und seine Familie zurück zu gewinnen. Dass er ein ganzer Mann ist, zeigt Derya schon in der ersten Einstellung, in der der 53-jährige vom hohen Sprungturm ins Wasser zischt. Bewundernswert hält der faszinierende Dokumentarfilm über einen türkischen Busfahrer aus Ludwigsburg die Balance zwischen Selbstinszenierung und kritischem Porträt.

Ein sehr widersprüchlicher Charakter also: einer, der zugleich sehr eloquent sein eigenes Leben analysieren kann und seine inneren Konflikte vor der Kamera offenbart. Doch einen eigenen Ton, der nicht von Derya diktiert ist, findet der Film erst dann endgültig, wenn auch Deryas geschiedene Ehefrau, seine Tochter und eine ehemalige deutsche Freundin von ihm erzählen, seine Erinnerungen an die gemeinsam verlebte Zeit korrigieren, und ihn manchmal in einem alles andere als schmeichelhaften Licht erscheinen lassen.
Durch diese Gegenpositionen bekommt der Film in der zweiten Hälfte eine ganz unerwartete Komplexität und Tiefe.

Für die anschließende Diskussion/Filmgespräch wird der Regisseur Sebastian Heinzel zu Gast sein. Dieser wird den Besucher*innen einen tieferen Einblick und Erfahrungswerte in die Thematik geben können. Für die Besucher*innen besteht außerdem die Möglichkeit einer reflektierten Diskussion über das Thema.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung RLP.

DONNERSTAG  19.11., 18.30 Uhr, Kinosaal
Eintritt: 8,50 EUR / 5,00 EUR ermäßigt
Reservierung: unter Fon 06430-929724, Kreml
Tickets: online oder an der Abendkass

 

Details

Veranstaltungsort

Weitere Angaben

Preis
8.50 Euro
Preis ermäßigt
5,00 Euro
Online-Ticket
Kinogutschein